2000 Flüchtlingsprojekte und -initiativen finden sich auf einer Deutschlandkarte.

Foto: Bundesregierung

Zwei Jahre ist es her, dass täglich Tausende Flüchtlinge Deutschland erreichten. Viele Menschen halfen damals spontan und engagieren sich noch heute. 2000 Flüchtlingsprojekte und Initiativen auf Deutschland-kann-das.de zeugen von ihrem vielfältigen Engagement.

Wie Pilze schießen sie aus dem Boden, die Markierungen für die einzelnen Flüchtlingsprojekte auf der Landkarte von Deutschland-kann-das.de. Fast flächendeckendes Engagement. Zum einen gibt es Initiativen, die Deutsche und Flüchtlinge zusammenbringen. Der Austausch in internationalen Cafés, gemeinsames Kochen oder Sporttreiben fördern das Gemeinschaftsgefühl. Zum anderen gibt es die Projekte, bei denen die Flüchtlinge Hilfe bei der langfristigen Integration bekommen: Wohnungssuche, Sprachkurse, Arbeitsplätze und die Einschulung der Kinder. Drei Beispiele stehen stellvertretend für die 2000 Projekte und Initiativen: 

Sport und Sprache vereint

Das Projekt "Fußball trifft Kultur" bietet Kindern mit Migrationshintergrund an der Stadtteilschule Hamburg Mitte ein besonderes Programm: Zweimal die Woche professionelles Fußballtraining beim Hamburger SV mit anschließendem Förderunterricht. "Unsere Teilnehmer finden diese Kombination super!", berichtet Karin Plötz, Direktorin des Projekts. Beim Förderunterricht steht das Erlernen der deutschen Sprache und die Wertevermittlung im Vordergrund. Die Schüler profitieren davon im Alltag und sichern sich bessere Chancen für zukünftige Berufe. Mehrere Sponsoren finanzieren dieses Projekt. Sie stellen Fachkräfte zur Verfügung. Ehrenamtliche unterstützen diese. 

Individuell betreuen

Ebenfalls in Hamburg: Um Flüchtlingen nach der Ankunft vor Ort zu helfen, vermittelt die Initiative "Human@Human" Patenschaften. "Die ehrenamtlichen Paten betreuen und unterstützen die Flüchtlinge nach individuellen Bedürfnissen", erzählt Lilly Murmann, Mitarbeiterin des Projekts. "Jetzt ist es vor allem wichtig, dass die nachkommenden Familienmitglieder an die Hand genommen werden." 

Flüchtlinge werden zu Helfern

Rheinland-Pfalz: Nicht nur Deutsche helfen den Flüchtlingen – viele Flüchtlinge packen selber mit an. Sie wissen, wie sich die Menschen fühlen, die neu nach Deutschland kommen, kennen ihre Sorgen. Im ehrenamtlichen Hilfsprojekt "Willkommenskreis Diez" hat sich ein Flüchtlingsrat gebildet, in dem ehemalige Flüchtlinge die Aufgaben der deutschen Ehrenamtlichen übernehmen. 

Sie helfen Neuankommenden bei allen Themen, die ohne lokale Unterstützung nicht zu bewerkstelligen sind. Sie geben somit die Hilfe weiter, die sie selber vorher bekommen haben. "Uns ist es wichtig, dass die Initiative sich weiterentwickelt", erzählt Christiane Beule, Koordinatorin des Willkommenskreises. Aus Partnerschaften sind familiäre Freundschaften entstanden, die beide Seiten über das Projekt hinaus bereichern. Die "neuen Diezer" gehören zur Gemeinschaft. "Wir sind sehr glücklich, sie zu haben!", so Beule.

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